Im schönen Baskenland, Teil 2: Der Thekenhalter

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pintxosDer Baske an sich, das haben wir bisher gelernt, trotzt Wind, Wetter und Krisenzeiten. Auch ein naßkalter Sprühregen hält den Bewohner der beschaulichen Stadt San Sebastian nicht von seiner Lieblingsbeschäftigung ab: Dem Genuss von Pintxos. Kleine, feine Leckereien, die man in rauen Mengen mit proportional ansteigenden Mengen an Bier in zahlreichen Bars der Altstadt verzehrt.

Während ich es also den Einheimischen nachtat, und meinen Bauch mit köstlichen, baskischen Tapas füllte, da stand er. Ein wenig verloren zwischen all den schnatternden und wild gestikulierenden Barbesuchern. Wie alle anderen hatte auch ich zunächst gedacht, der in Grau gekleidete, leicht unrasierte Mann sei ein normaler Gast wie du und ich. Unscheinbar und ohne den Rest von uns zu beachten, erfüllte er seine Aufgabe. Er hatte sich vor den Pintxo-Tellern in Stellung gebracht und hielt die Theke fest.

Hochkonzentriert, mit einem leeren Weinglas vor sich, stand dort der Thekenhalter und passte auf, dass die Theke nicht umfiel. Nichts anderes interessierte ihn, sein starrer Blick war einzig und allein auf den Schanktisch vor ihm gerichtet. Das kostete ihn solche Mühe, dass er unter dem Druck der Theke Mühe hatte, das Gleichgewicht zu halten. Tief beeindruckt von soviel Arbeitseifer so spät am Abend (es war schon nach 22 Uhr) verließen wir die Pintxos-Bar – nicht ohne einen letzten bewundernden Blick auf den tapferen Thekenhalter zu werfen.

Ich nehme an, dieser Thekenhalter macht das hauptberuflich, denn ich sah ihn auch am nächsten Abend im gleichen Tapas-Restaurant pflichtbewusst seiner Arbeit nachgehen.

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1 Kommentar zu “Im schönen Baskenland, Teil 2: Der Thekenhalter”

  1. Dem ist die Schuld von dem zeitverschiebung. Ganz normal.

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