Heute auf dem Holo-Deck, Teil 4

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Heute auf dem Holo-Deck, Teil 1
Heute auf dem Holo-Deck, Teil 2
Heute auf dem Holo-Deck, Teil 3

blue-screen-of-death…„Ist heute echt nicht mein Glückstag auf dem Holo-Deck“, schießt es mir durch den Kopf, als plötzlich alles um mich herum Blau wird. Und dann geht alles ganz schnell.

Die Wände, der Boden, die Pixelreste der Twitter-Raute – alles verfärbt sich blau. Als dann auch meine Finger und Füße allmählich blau werden, weiß ich, dass ich jetzt handeln muss, wenn ich nicht auf dem Holo-Deck sterben will. Der Bluescreen of Death kennt nur eine Lösung: Reboot. Doch kein Task-Manager noch Start-Button kann mir helfen.

Also greife ich mit meinen schon ziemlich dunkelblauen Fingern nach einer Graffiti-Dose, die auf dem Boden herumliegt. So schnell, wie es das blaue Chaos um mich herum zulässt, sprühe ich die magische Buchstabenkombination an die Wand: STRG, ALT, ENTF. Ich schleudere die Graffiti-Dose beiseite (mittlerweile sind auch meine Beine blau geworden) und drücke meine Hände verzweifelt auf die Buchstaben. Die Sekunden verstreichen, nicht passiert, ich werde immer blauer. Auch meine Nasenspitze hat mittlerweile die Farbe des Ozeans angenommen, und meine Hoffnung schwindet. Ich presse meine Hände noch fester an die Wand, langsam wird mir allerdings klar, dass der Bluescreen of Death das Letzte sein wird, das ich in meinem Leben sehen werde. Das Gefühl von Frust vermischt sich mit dem der Todesangst. Resigniert lasse ich mich auf dem blauen Boden sinken, schließe die Augen und warte auf mein Ende.

Und plötzlich ist es vorbei. Helles Licht statt bedrohliches Blau schimmert durch meine geschlossenen Augenlider. Das ist es also, denke ich, das Leben danach, und öffne die Augen. Doch statt im Himmel finde ich mich in meinem Arbeitszimmer wieder, das genau so aussieht wie vor meinem Holo-Deck-Besuch.

Bis auf ein kleines Detail: Der Windows-Rechner, der dieses merkwürdige Holo-Deck-Programm gestartet hat, ist ausgeschaltet. Auf dem Rechner sitzt ein grinsender Gartenzwerg und hält ein Stromkabel in der Hand. „Ich habe den Stecker gezogen, das sah ja am Ende gar nicht gut aus“, sagt der Gartenzwerg. „Ich hoffe, mein neues Holo-Deck-Programm hat Dir trotzdem gefallen.“ Der dreckige Gartenzwerg also! Ich bin voller Wut, weil mich dieser Scheiß-Zwerg mit seiner lächerlichen Holo-Deck-Software beinahe umgebracht hat. Ich schnappe mir den bescheuerten Gartenzwerg, der sofort anfängt, rumzuschreien. „Lass mich runter, war doch nicht so gemeint, ich wollte dich doch nur überraschen. Ich kann doch nichts dafür, wenn Windows dabei abstürzt.“

Ich höre dem Geplapper des Gartenzwergs nur mit einem Ohr zu, weil ich damit beschäftigt bin, das Balkonfenster zu öffnen. Der rotmützige Gartenzwerg scheint zu ahnen, wohin die Reise geht, und schreit noch lauter. Ich lasse mich davon nicht ablenken, trete auf den Balkon und schleudere den doofen Zwerg dahin, wo er hätte bleiben sollen, nämlich in den Garten. Sein schriller Schrei entfernt sich immer weiter, während er in Richtung Boden durch die Luft fliegt. Ich atme tief durch, gehe ins Arbeitszimmer, greife mir den Windows-Rechner und werfe den PC dem Gartenzwerg hinterher.

Und morgen hole ich mir einen neuen Computer. Einen Holo-Deck-Mac.

Gibt es ein Leben nach dem Holo-Deck? Die Antwort auf diese dringende Frage bald hier, exklusiv bei World of Chusma.

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1 Kommentar zu “Heute auf dem Holo-Deck, Teil 4”

  1. “Heute auf dem Holo-Deck, Teil 4″ http://tinyurl.com/cjwrb2

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