Die Rückkehr aufs Holo-Deck Teil 3

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Die Rückkehr aufs Holo-Deck Teil 1
Die Rückkehr aufs Holo-Deck Teil 2
…Sofort wandte sich das Ungetüm mir und meinem Apfel zu. Langsam setzte sich der Killer-Geister-Elefant mit seinen 6 Beinen in Gang und kam geradewegs auf mich zu.

Wenn ich Hosen angehabt hätte, ich hätte mir die selbigen vollgemacht. Aber ein Wurm wie ich ist nackt, in diesem Fall ein wahres Glück. Der Killer-Geister-Elefant war schon fast da und für Flucht war es natürlich viel zu spät. Ich sprach ein letztes Gebet und bereitete mich vor, dem Wurm-Gott bald Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen.

Der Killer-Geister-Elefant hob mit seinem Rüssel den Apfel auf, in dem ich mich so gut wie eben möglich verkrochen hatte. Er bewegte die Frucht in Richtung seines Mauls, das mit einer goldbesetzten, doppelten Zahnreihe bestückt war. Dieses stinkende Loch würde für mich das Letzte sein, was ich auf dem Holo-Deck und auch sonst zu sehen bekommen würde.

Doch auch ein Wurm hat Überlebenswillen. Bevor der Apfel das Maul erreichte, kroch ich so schnell es ging aus meinem Versteck heraus und in den Rüssel hinein. In letzter Sekunde. Sofort danach hört ich ein Knacken und der Apfel war Vergangenheit. In meiner Panik bewegte ich mich den Rüssel immer weiter hinauf und versuchte, den Brocken aus Schleim und Dreck so gut wie möglich auszuweichen.

Habt ihr schon mal Staub in der Nase gehabt? Dann wisst ihr ja, was die Nase damit macht: Nämlich herausniesen. Das war ich in diesem Moment – Staub in der Nase des Killer-Geister-Elefanten, der sich ansetzte, mich wieder hinauszupusten. Ich merkte, wie sich der Rüssel verkrampfte und der Niesanfall kurz bevorstand. Ich legte einen Sprint ein, mit dem ich sicher die 100-Meter-Strecke bei der Wurm-Olympiade gewonnen hätte und schoß nach oben. Dann geschah es: Der Killer-Geister-Elefant nieste und von dem Geräusch explodierte beinahe auch mein zweites Trommelfell.

Als ich meine Glubschaugen öffnete, befand ich mich wider Erwarten nicht außerhalb des Rüssel. Statt nach unten hatte mich der Niesanfall nach oben katapultiert – direkt ins Gehirn des Killer-Geister-Elefanten. Ohne mich weiter um dieses schicksalhafte Wunder der Nies-Physik zu kümmern, erkannte ich meine große Chance. Ich würde den Killer-Geister-Elefanten vernichten, und zwar ganz 68er-mäßig, von innen heraus.

Zunächst kostete es mich Überwindung, aber schon nach wenigen Happen Killer-Geister-Elefanten-Gehirn gefiel ich mir in meiner neuen Rolle als Zombie-Wurm. Ich schlug so richtig zu und fraß mich an der grünen Masse satt. Der Killer-Geister-Elefant merkte, das etwas nicht stimmte und begann, wie wild seinen Kopf gegen die Hauswand zu hämmern. “Zu spät, Arschloch”, dachte ich mir und schlug meine erstaunlich scharfen Wurm-Zähne in das zarte Gehirn-Fleisch.

Der Killer-Geister-Elefant wankte schon nach kurzer Zeit unkontrolliert durch die Gegend. Als ich mit meinem letzten Appetit seine beiden Gehirnhälften durchtrennte, war der ungleiche Kampf vorbei. Das Ungetüm brach auf seinen sechs Beinen zusammen und gab einen letzten Todesseufzer von sich.

Durch eine seiner vier Augenhöhlen kroch ich vollgefressen wieder ins Freie. Das Haus, in dem der Killer-Geister-Elefant das Loch hinterlassen hatte, lag direkt vor mir. Irgendwas tat sich an der Tür. Ich wischte mir die Gehirnbrocken aus den Augen und sah zum Eingang. Aus der Tür trat Britney Spears und warf einen ängstlichen Blick in die Gegend. “Hier, hier bin ich”, schrie ich verzweifelt und tatsächlich: Britney Spears, die irgendwie komisch gekleidet und auch ein bisschen fett war, hörte meinen Ruf…

Lesen Sie demnächst im vierten Teil von “Die Rückkehr aufs Holo-Deck”, wie mich Britney Spears wieder in einen Menschen verwandelte und warum es auf dem Holo-Deck eigentlich gar nicht so schlecht ist.

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