Die Rückkehr aufs Holo-Deck Teil 1

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mac-wurmNiemals wieder aufs Holo-Deck. Dies war mein fester Vorsatz, hatte mich doch mein letzter Ausflug ins digitale Sein beinahe ins analoge Nichts befördert und der Bluescreen of Death mich fast ausgelöscht. Doch das Leben spielt eben, wie es spielt, und es spielt meistens unfair.

Denn hatte ich die Rechnung ohne den “Illegalen Dauload” gemacht.

Ich fühlte mich völlig auf der sicheren Seite, als ich an einem sonnigen Dezemberabend meinen Mac anschmiss und über das Netz ein paar harmlose Serien aus dem Netz zog. Während ich dem grünen Download-Balken beim größer werden zuschaute, bloggte ich irgendwelche völlig sinnlosen Zeilen vor mich hin. Als der Download beendet war, holte ich mir ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank, und doppelklickte in Erwartung eines gemütlichen Serienabends auf die heruntergeladene Datei.

Damit begann der Albtraum – erneut.

Auf dem Display meines Macs erschien ein angebissener Apfel, der immer größer wurde. Ein weißer Blitz – und ich fand mich mitten in dem rießigen Apfel wieder. Alles um mich herum war Apfel, es war eng und feucht. Platzangst überkam mich, also begann ich, mich an die Oberfläche zu essen. Und ich muss sagen, der virtuelle Apfel schmeckte gar nicht schlecht.

Nach etwas einer halben Stunde erreichte ich die Oberfläche. Um mich herum war finstere Nacht, nur ein quietschendes Leuchtreklame-Schild mit der Aufschrift “Welcome back to the Holo-Deck” hing im Nichts herum. Unter dem Schild schwebte ein Spiegel. Ich sah hinein und dann wurde mir alles klar: Aus einem unglaublich großen (er passte nicht in den Spiegel hinein) angebissenen Apfel, streckte ein Wurm seinen Kopf heraus und blickte mich direkt an.

Manchmal ist das Schicksal hart, aber in meinem Fall war es noch härter. Der “Illegale Dauload” hatte also meinem Mac mit einem Wurm befallen und das Schlimme war: Durch irgendeine zufällige Veränderung des Raum-Zeit-Kontinuums war ich zu diesem Wurm geworden, der nun im virtuellen Gefängnis feststeckte und sich von einem angebissenen Apfel ernährte (der Apfel war mittlerweile auch schon ganz bräunlich).

Als Wurm auf dem Holo-Deck – und das weiß ja jedes Kind – hat man extrem geringe Überlebenschancen. Doch beim Überdenken der Lage, das trotz meines ziemlich geschrumpften Wurm-Gehirns verhältnismäßig flüssig voranging – erkannte ich das Glück im Unglück: Immerhin befand ich mich als Wurm auf einem Mac, vor einer Antivirensoftware musste ich mich also nicht fürchten.

Langsam wurde es Tag auf dem Holo-Deck und die Sonnen gingen am Horizont auf. Ich naschte noch ein wenig Apfel. In diesem Augenblick ließ ein schrilles Pfeifen mein rechtes Trommelfell platzen. Das Geräusch ähnelte den schrägen Tönen einer Blockflöte, die von einem Dreijährigen gespielt wird – nur etwa dreiundsiebzig Mal so laut.

Ich kroch zitternd zurück in den Apfel und lugte nur mit meinem hässlichen Wurm-Kopf aus der Frucht heraus. Wieder ertönte das fast tödliche Geräusch, und eine mächtiger Schatten verdunkelte das Tageslicht…

Lesen Sie demnächst im zweiten Teil von “Die Rückkehr aufs Holo-Deck”, wie ich zum ersten Mal in meinem Leben Killer-Geister-Elefanten sah, warum Britney Spears neuerdings in einem Laden für Tierfutter arbeitet und wer die Heiligen Drei Könige wirklich sind.

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1 Kommentar zu “Die Rückkehr aufs Holo-Deck Teil 1”

  1. Unglaublich. Nicht zu fassen. Mir ist genau das selbe passiert. Mit einer USB 3.0 -Gurke jedoch. Schaun wir mal, wies weitergeht. Vielleicht treffen wir uns mal in einer Holo-Deck-VPN oder so.

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