Da war doch noch…Gmail

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Gmail.comMan muss jetzt ja kein Freund von Google sein. Zwei junge Studenten, die mit einer guten Idee in wenigen Jahren eines der größten Unternehmen der Welt aufbauen und außerdem vielfache Milliadäre sind? Die haben sich höchstens meinen tiefsten Neid, nicht aber meine Sympatie verdient.

Noch weniger meiner Sympatie und auch weniger Neid bekommt aber der Betreiber der deutschen Seite gmail.de. Dieses Unternehmen hat sich nämlich die deutsche Domain des weltweit bekannten Google-Mail-Dienstes Gmail gesichert. Und will diese URL auch nicht rausrücken. Verständlich. Wenn man schon so eine wertvolle Domain besitzt, sollte man deren Popularität auch finanziell ausschlachten. Bis dahin liegen wir Chusma-Kapitalisten auf einer Linie.

Finanziell ausschlachten heißt aber bei gmail.de nicht den eigenen Service in irgendeiner Weise zu barem Geld zu machen (ich kenne niemanden, der diesen Service nutzt. Wer jemanden kennt, bitte melden). Vielmehr hat sich der Betreiber darauf eingeschossen, deutsche Webseiten abzumahnen, die irgendwas mit dem Wort “Gmail” auf ihrer Page anbieten. Wie absurd das ist, zeigt beispielsweise ein Blick auf diese Firefox-Plugins. Sollte ich also eines der verlinkten Programm hier zum Download anbieten und bei deren Namen nennen, verletze ich die Namensrechte von Gmail in Deutschland und laufe Gefahr, eine Geldstrafe bezahlen zu müssen. Ja klar, logisch. Und ich bin Larry Page.

Den Service von Gmail preist der deutsche Betreiber im Übrigen so an: “Bündeln Sie Brief, E-Mail und Fax in einem einzigen G-mail-Postfach – praktisch, sicher und günstig.”  Außerdem winkt jeden User eine “Umsatzbeteiligung (z.B. 1 Punkt pro G-Mail-Empfang)”. 1 G-Punkt also? Prima. Da sollte man vielleicht mal was am Wording ändern.

Die ganze Geschichte ist natürlich nicht neu. Trotzdem hat sich die Seite die Kandidatur des offiziellen Chusma-Oscars 2008 redlich verdient.

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